Im heutigen Russland und Belarus kann man für Worte hinter Gitter kommen – für eine Antikriegs-Postkarte, für ehrlichen Journalismus, für den Widerspruch gegen Gewalt. Gemeinsam mit «Memorial» führten wir die Sammlung «1 Jahr Freiheit» zur Unterstützung derer durch, die heute wegen ihrer Überzeugungen ihrer Freiheit beraubt sind.
Die Sammlung war einem Ereignis gewidmet, das einst Hoffnung schenkte: Am 1. August 2024 kamen dank der Bemühungen von Menschenrechtlern, dank Solidarität und internationaler Unterstützung 16 politische Gefangene frei. Damals spürten wir, dass Solidarität tatsächlich Mauern durchbrechen kann.
Alle gesammelten Mittel flossen in das Nötigste für politische Gefangene – juristische Hilfe, Pakete, Essen und Medikamente – und wurden unter Organisationen aufgeteilt, die wissen, wie man hilft: «Unterstützung politischer Gefangener. Memorial» (Russland), «Wjasna» (Belarus) und die Charkiwer Menschenrechtsgruppe (Ukraine).
Dank euch konnte die gesamte benötigte Summe – 1.000 Euro – zusammenkommen. Die Mittel wurden bereits an die Organisatoren übergeben. Danke an jeden, der beigetragen hat – per Überweisung, Repost oder mit einem Wort der Unterstützung.
Doch zum Ausruhen ist es zu früh. Wer in den Gefängnissen bleibt, ist mit schweren Bedingungen konfrontiert: Man verweigert ihnen Besuche, normales Essen und medizinische Hilfe, und neue Strafverfahren verhindern die Freilassung. Nach Angaben von «Meduza» sind seit 2020 in belarussischen Straflagern mindestens neun politische Gefangene gestorben. Deshalb ist es so wichtig, jene hinter Gittern weiter zu unterstützen – Briefe zu schreiben, laut über sie zu sprechen, sie nicht allein zu lassen.
Lasst uns auch weiterhin zusammenschließen, um jene zu schützen, die in Not geraten sind.