
Am 8. Mai haben Mitglieder von Freies Russland NRW Blumen auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Am Gallberg in Düsseldorf-Ludenberg niedergelegt. Hier ruhen unter schlichten Grabplatten anderthalbtausend Menschen, deren Leben während des Zweiten Weltkriegs fern der Heimat endete.
Auch in Köln fanden gestern Gedenkveranstaltungen statt. Vertreter unserer Gemeinschaft besuchten den Westfriedhof. An den Gräbern sowjetischer Kriegsgefangener gedachten wir der Menschen, die Unmenschliches durchlitten haben und in Gefangenschaft starben. Diese Gedenkorte in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens erinnern uns daran, wie groß und tief diese gemeinsame Tragödie bis heute ist.
Wenn man an diesen Gräbern steht, ist das Ausmaß der Tragödie keine bloße Zahl aus dem Geschichtsbuch mehr. Jedes einzelne dieser Schicksale ist ein gewichtiger Grund für Stille und Reflexion, nicht für Säbelrasseln. Für uns als Teil der russischsprachigen Gemeinschaft in Deutschland geht der Besuch dieser Gedenkorte über eine bloße Tradition hinaus. Er ist ein Akt des Widerstands gegen jene aggressive Rhetorik, die versucht, gemeinsamen Schmerz in ein Werkzeug neuer Feindschaft zu verwandeln.
Den Parolen von „Wir können es wiederholen“ stellen wir das Bewusstsein um das Grauen jedes verlorenen Lebens entgegen. Statt die Geschichte auszuschlachten, entscheiden wir uns für ein klares und bewusstes „Nie wieder“.
Die wichtigste Lehre dieses Krieges ist in die Erde dieser Friedhöfe eingeschrieben: Frieden ist der höchste Wert, und das Gedenken an die Toten muss als Mahnung dienen, nicht als Rechtfertigung für neue Katastrophen.
Danke an alle, die an diesem Abend bei uns waren.
#niewiederkrieg