Nach dem Treffen mit Wladimir Milow in Düsseldorf

Am vergangenen Samstag, dem 11. November, fand in Düsseldorf ein wichtiges Gespräch mit Wladimir Milow statt, Vizepräsident der Free Russia Foundation und einer der zentralen Persönlichkeiten der russischen Opposition.

Zu dem Treffen kamen mehr als hundert Menschen aus verschiedenen Teilen der Region, darunter Gäste aus Sachsen und Luxemburg. Diskutiert wurden zahlreiche aktuelle Themen, unter anderem Fragen zur Zukunft Russlands auf Grundlage der Zukunftsstudie „Ein normales Russland der Zukunft: Ja, wir können“, die Wladimir Milow gemeinsam mit Fjodor Krascheninnikow erarbeitet hat.

Sowohl in diesem Dokument als auch während des Treffens wurde neben möglichen Zukunftsszenarien für Russland der Rolle aktiver Russinnen und Russen im Ausland viel Aufmerksamkeit gewidmet. Damit wurde ihre Bedeutung als ein wichtiger Faktor in den politischen und gesellschaftlichen Prozessen Russlands unterstrichen.

Während des Treffens trat Wladimir Milow intensiv mit dem Publikum in den Dialog und beantwortete Fragen, die sowohl online als auch direkt von den Anwesenden gestellt wurden. Er betonte, dass die oppositionelle russische Diaspora ein starkes Instrument zur Einflussnahme auf die öffentliche Meinung und zugleich eine Quelle alternativer Zukunftsvorstellungen für das Land sei.

Eine lebhafte Diskussion löste die Frage aus, ob freie Russinnen und Russen zumindest im Ausland eine eigene politische Vertretung benötigen. Obwohl weitgehend Einigkeit darüber bestand, dass das häufig genannte Beispiel Swetlana Tichanowskaja nicht ohne Weiteres auf den russischen Kontext übertragbar ist, äußerten einige Teilnehmende den Wunsch nach einer gebündelten Stimme, die sie nicht nur repräsentiert, sondern auch ihre Rechte schützt – besonders angesichts bestehender praktischer Probleme.

So wurde in der Fragerunde etwa vorgeschlagen, russische Oppositionspolitiker sollten sich mit den Schwierigkeiten befassen, die daraus entstehen, dass russische Bankkarten im Ausland nicht genutzt werden können. Milow betonte, russische Politiker im Exil müssten sich vor allem auf die größeren Aufgaben konzentrieren, die zur Schwächung des Putin-Regimes beitragen, und nicht ausschließlich auf einzelne Bürgerrechte. Zugleich erkannte er die Bedeutung solcher Alltagsprobleme an.

Er erwähnte, dass bereits ein kontinuierlicher Dialog mit europäischen Politikern über die Unverhältnismäßigkeit einzelner Beschränkungen und Sanktionen geführt werde, die das Leben von Russinnen und Russen im Ausland beeinträchtigen. Solche unangenehmen, aber dennoch nachgeordneten Fragen stünden nach Ansicht Milows jedoch nicht im Verhältnis zu der globalen Herausforderung, die auf alle Russinnen und Russen zukomme.

In diesem Zusammenhang äußerte sich Milow auch positiv zur Möglichkeit eines bewaffneten Widerstands gegen das Regime. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es für Russinnen und Russen derzeit noch praktische Schwierigkeiten gibt, auf Seiten der ukrainischen Streitkräfte am Krieg gegen das Kreml-Regime teilzunehmen.

Das Treffen mit Wladimir Milow in Düsseldorf führte zu lebhaften und stellenweise scharfen Diskussionen, war aber zugleich informativ und nützlich. Es bot eine Plattform, um zentrale Fragen zur Zukunft Russlands und zur Rolle der russischen Diaspora zu erörtern.

Auch der Gast selbst zeigte sich mit dem Gespräch zufrieden und erwähnte das Düsseldorfer Treffen mehrfach in seinem Sonntagsstream mit Ruslan Schaweddinow auf dem Kanal Nawalny LIVE.

Freies Russland NRW möchte solche Treffen auch künftig fortsetzen. In den vergangenen zwei Jahren waren bei uns unter anderem Leonid Wolkow, Olga Romanowa, Viktor Schenderowitsch, Andrej Loschak, Fjodor Krascheninnikow und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Publizisten zu Gast.

Auch wenn sie alle eigene Kanäle betreiben und online gut erreichbar sind, bleibt der regelmäßige persönliche Austausch mit Meinungsführern ein wichtiger Bestandteil des Dialogs und der Entwicklung gesellschaftlichen Engagements unter den aktiven freien Russinnen und Russen, die heute über die ganze Welt verstreut leben.