
Bei der Vorführung des Dokumentarfilms über ukrainische Zivilpersonen, die von Russland verschleppt wurden, sprachen zur Begrüßung Daria Korniichuk von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Yuri Nikitin von Freies Russland NRW, Ulrike Neuhaus im Namen von Mona Neubaur, der stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Dr. Ulf Mainzer, Kreisvorsitzender der FDP Düsseldorf.
Alle Redner betonten den barbarischen Charakter der russischen Aggression, die Notwendigkeit, russische Verbrechen in der Ukraine umfassend aufzuklären, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Ukraine weiterhin konsequent zu unterstützen.
Nach dem Film fand ein Gespräch mit der Projektinitiatorin Jewgenija Tschirikowa, dem Rechtsanwalt und Menschenrechtsverteidiger Nikolai Polozov, dem ehemaligen zivilen Gefangenen und Aktivisten aus Cherson Oleksandr Tarasov sowie mit Angehörigen der Verschleppten statt:
• Larisa Shevandina, deren Ehemann bereits 2015 von russischen Soldaten im Donbass gefangen genommen wurde;
• Ljudmila Platschkowa aus Melitopol, deren beide Eltern von den Besatzern verschleppt wurden. Ihre Mutter starb in russischer Haft, nun kämpft Ljudmila um die Freilassung ihres Vaters;
• Kirill Efimov, dessen jüngerer Bruder sich weiterhin in russischer Gefangenschaft befindet.
‼ Es geht nicht einfach um Menschen, die jahrelang ohne rechtmäßiges Urteil in Haft gehalten werden. Sie werden unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten, täglich gefoltert und erniedrigt, dem Hunger ausgesetzt und systematisch ihrer letzten Reste menschlicher Würde beraubt – in den schlimmsten Traditionen des stalinistischen Gulags.
Dabei handelt es sich nicht um einzelne „Exzesse“ von Tätern, sondern um ein umfassendes staatliches Terrorsystem, das sich in Russland während des Zweiten Tschetschenienkrieges herausgebildet hat. Genau davon handelt der Film.
Die genaue Zahl der ukrainischen Zivilpersonen, die von Russland gefangen gehalten werden, lässt sich bis heute nicht feststellen. Nach den im Film genannten Schätzungen könnte es sich um 15.000 bis 20.000 Menschen handeln.
#⃣ Zivile Geiseln kommen bei Gefangenenaustauschen nur äußerst selten frei. Die Ukraine nimmt keine russischen Zivilpersonen als Geiseln, daher gibt es für die von Russland festgehaltenen Zivilisten faktisch keine direkten Austauschpartner. Beim gestrigen Austausch wurden unter insgesamt 160 freigelassenen Ukrainern lediglich sieben Zivilpersonen zurückgebracht – verschwindend wenig angesichts der Tausenden Menschen, die Russland rechtswidrig festhält.
Unsere Aufgabe bleibt deshalb nicht nur, über diese Verbrechen zu informieren und die Aufmerksamkeit europäischer Politiker auf dieses Thema zu lenken. Wir müssen auch alles dafür tun, dass die Verantwortlichen die verdiente Strafe erhalten. Die Listen der Täter werden bereits erstellt – sie werden sich ihrer Verantwortung nicht entziehen können.
Der dritte Teil des Projekts, „Die Henker“, wird den konkreten Tätern und Organisatoren dieses Terrorsystems gewidmet sein.
#freerussianfilms #WeStandWithUkraine