
– wegen Satire, konkret wegen „Verunglimpfung staatlicher Organe“ und „Verbreitung falscher Informationen über die russischen Streitkräfte“ mittels satirischer Darstellungen.
Das ist natürlich keine Rechtsprechung, sondern eine reine Parodie darauf. Russische Oppositionspolitiker haben immer wieder auf genau diese perverse Logik des Systems hingewiesen. Ilya Yashin sagte offen, dass er im Gefängnis Menschen getroffen habe, die für Mord, Raub oder Vergewaltigung geringere Strafen bekommen hätten als er – für Worte. Vladimir Kara-Murza formulierte es noch deutlicher: In Putins Russland werden für die Wahrheit höhere Strafen verhängt als für Mord oder Vergewaltigung.
In diesem Sinne ist das Urteil gegen Tilly nicht nur absurd, sondern ein weiteres Beispiel dafür, dass das russische Justizsystem längst zu einem Instrument kleinlicher politischer Rache geworden ist.
Bleibt zu hoffen, dass der Richter für dieses Urteil zumindest eine „künstlerische Verantwortung“ tragen wird. Und Jacques Tilly wünschen wir weiterhin viel kreativen Erfolg!
Wir hoffen, dass unsere Kundgebungen und Demos auch künftig von seinen treffenden karnevalistischen Ohrfeigen für das Putin-Regime begleitet werden.
#putinism